Stromnachzahlung vermeiden: Abschlag und Abrechnung richtig lesen
Eine Stromnachzahlung nach der Jahresabrechnung überrascht viele Haushalte unangenehm. Wer seine Abschlagsrechnungen und die Jahresabrechnung regelmäßig überprüft, erkennt Unstimmigkeiten früh genug und kann gegensteuern. Mit wenigen Handgriffen lässt sich verhindern, dass sich eine hohe Nachzahlung aufbaut.
Abschlagsrechnungen monatlich kontrollieren
Die Abschlagsrechnung zeigt, welcher Betrag monatlich vom Konto abgebucht wird. Sie basiert auf einer Schätzung des Energieversorgers, wie viel Strom der Haushalt im Jahr verbrauchen wird. Diesen Betrag sollten Sie mit Ihrem tatsächlichen Verbrauch abgleichen, um Abweichungen früh zu erkennen.
Notieren Sie sich die Zählernummer von Ihrem Stromzähler und schreiben Sie den aktuellen Stand regelmäßig auf, mindestens monatlich. Multiplizieren Sie die verbrauchten Kilowattstunden mit dem Strompreis aus Ihrer Abschlagsrechnung. Wenn dieser Betrag deutlich über dem Abschlag liegt, wird es später zu einer Nachzahlung kommen.
Die Jahresabrechnung Punkt für Punkt prüfen
Die Jahresabrechnung zeigt die exakte Differenz zwischen den gezahlten Abschlägen und dem tatsächlichen Verbrauch. Sie enthält mehrere wichtige Positionen: den Zählerstand vom Ende und Anfang des Abrechnungszeitraums, die verbrauchte Strommenge, den angewendeten Strompreis und eventuelle Strom- oder Netzentgelte.
Überprüfen Sie zunächst, ob die Zählerstände korrekt sind. Ein falscher Anfangsstand führt zu falschen Verbrauchszahlen. Kontrollieren Sie auch, ob der richtige Strompreis angewendet wurde. Manche Versorger rechnen mit veralteten oder zu hohen Preisen ab. Falls Sie den Vertrag während des Abrechnungszeitraums gewechselt haben, muss die Rechnung zwei separate Zeiträume mit unterschiedlichen Preisen ausweisen.
Fehler in der Abrechnung erkennen und reklamieren
Typische Fehler sind falsche Zählerstände, doppelt berechnete Positionen oder fehlende Entgeltanpassungen. Manche Versorger berechnen auch falsche Steuersätze oder vergessen Rabatte. Laden Sie sich eine Kopie Ihres Vertrags herunter und vergleichen Sie die Konditionen mit der Abrechnung.
Finden Sie einen Fehler, schreiben Sie dem Versorger innerhalb von vier Wochen nach Erhalt der Abrechnung. Begründen Sie konkret, was falsch ist, und fordern Sie eine Korrektur an. Der Versorger muss diese Frist einhalten und Ihnen schriftlich mitteilen, wie er entschieden hat. Bei berechtigten Reklamationen erhalten Sie eine korrigierte Abrechnung und eine Rückerstattung oder Gutschrift.
Abschlag sinnvoll anpassen und Nachzahlungen vermeiden
Zeigen Ihre monatlichen Notizen, dass der Abschlag zu niedrig angesetzt ist, können Sie ihn erhöhen lassen. Das verhindert eine große Nachzahlung am Ende des Jahres. Viele Versorger ermöglichen eine Anpassung online oder per Telefon. Dokumentieren Sie den Grund für Ihre Anfrage mit den aktuellen Zählerständen und dem berechneten Verbrauch.
Umgekehrt: War Ihr Verbrauch deutlich niedriger als erwartet, können Sie den Abschlag senken und bekommen mehr Geld zurück. Ein angepasster Abschlag sollte etwa 90 Prozent Ihres tatsächlichen Jahresverbrauchs entsprechen. So bleibt eine kleine Rückerstattung oder Nachzahlung von nur wenigen Euro übrig, statt einer überraschend hohen Summe.
Aktuelle Einordnung
Marktbedingungen, Netzentgelte und gesetzliche Regelungen im Bereich Energiesparen können sich ändern. Wer einen Tarifwechsel plant oder den eigenen Verbrauch einordnen möchte, sollte aktuelle Vergleichsangebote prüfen.
Stromvergleich in Ihrer Region
Wer wissen möchte, welche Tarife an der eigenen Adresse verfügbar sind, kann direkt nach Postleitzahl vergleichen.
Einfach PLZ eingeben und passende Tarife für Ihren Haushalt finden.