Stromanbieter wechseln mit Prämie: Das müssen Sie beachten
Wechselprämien machen einen Stromanbieterwechsel finanziell attraktiv, doch Haushalte sollten nicht nur auf die Bonushöhe schauen. Die Kündigungsfrist des alten Vertrags, die Preisgarantie des neuen Angebots und der richtige Wechselzeitpunkt entscheiden darüber, ob sich der Wechsel wirklich lohnt.
Kündigung des alten Vertrags richtig timen
Die meisten Stromverträge mit Standardversorgern enden mit einer Frist von zwei Wochen zum Ende eines Kalendermonats. Verbraucherzentralen empfehlen, die Kündigung per Einschreiben einzureichen und die genaue Frist im eigenen Vertrag zu prüfen. Wer zu lange wartet, verlängert sich der Vertrag oft automatisch um ein weiteres Jahr.
Beim Wechsel zu einem neuen Anbieter übernimmt dieser in der Regel die Kündigung beim bisherigen Versorger. Das erspart bürokratischen Aufwand, bedeutet aber auch: Der neue Anbieter muss die Kündigungsfristen einhalten. Wer schnell wechseln möchte, sollte vor Vertragsabschluss klären, wann der neue Vertrag frühestens beginnen kann.
Preisgarantie prüfen, bevor die Prämie lockt
Eine hohe Wechselprämie nützt nichts, wenn die Strompreise kurz nach Vertragsbeginn steigen und der Anbieter die Preise erhöht. Haushalte sollten darauf achten, wie lange und für welche Kostenbestandteile Preisgarantie besteht. Typischerweise wird der Arbeitspreis garantiert, während Steuern, Umlagen und Netzentgelte steigen können.
Die Dauer der Preisgarantie variiert zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren. Kürzere Garantiezeiträume bedeuten höheres Preisrisiko nach Ablauf. Vergleichen lohnt sich: Ein günstiger Grundpreis mit guter Garantie ist oft besser als eine hohe Prämie mit schwacher Preissicherung.
Abschlag und Vorauszahlung kalkulieren
Manche Angebote mit Wechselprämie enthalten hohe Abschlagszahlungen oder Vorauszahlungen für das erste Jahr. Das bedeutet: Der Haushalt zahlt viel Geld im Voraus, erhält aber die Prämie oft erst nach Vertragserfüllung. Wer weniger liquide Mittel hat, sollte Angebote mit niedrigen Abschlägen vorziehen, auch wenn die Prämie geringer ausfällt.
Bei Vorauszahlung entsteht zusätzlich ein Insolvenzrisiko des Anbieters. Verbraucher sollten nachfragen, ob der Anbieter Kundengelder durch Treuhänder oder Versicherungen geschützt hat. Das ist zwar branchenüblich, sollte aber im Vertrag festgehalten sein.
Bonusbedingungen genau lesen
Die Wechselprämie wird oft erst nach zwölf Monaten Vertragslaufzeit ausgezahlt, manchmal erst nach Kundigung und Rechnungsausgleich. Manche Anbieter zahlen die Prämie automatisch, andere nur auf Anfrage. Wer den Vertrag vor Ablauf kündigt, verfällt häufig automatisch der Bonus.
Wichtig ist auch: Gilt die Prämie nur für Neukunden, oder können auch Bestandskunden wechseln? Einige Angebote sind auf bestimmte Postleitzahlenbereiche oder Verbrauchsgruppen begrenzt. Vor Vertragsabschluss sollte klar sein, dass die Prämie tatsächlich für den eigenen Haushalt gilt und unter welchen Bedingungen sie ausgezahlt wird.
Aktuelle Einordnung
Marktbedingungen, Netzentgelte und gesetzliche Regelungen im Bereich Anbieterwechsel können sich ändern. Wer einen Tarifwechsel plant oder den eigenen Verbrauch einordnen möchte, sollte aktuelle Vergleichsangebote prüfen.
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Wer wissen möchte, welche Tarife an der eigenen Adresse verfügbar sind, kann direkt nach Postleitzahl vergleichen.
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