Strompreisgarantie: Was sie wirklich schützt und worauf Sie achten sollten
Eine Preisgarantie beim Strom schützt Sie vor Erhöhungen des Strompreises für einen festgelegten Zeitraum. Allerdings deckt sie nicht alle Kostenfaktoren ab: Netzentgelte, Steuern und Umlagen können auch unter Garantie steigen. Wer die genauen Grenzen seiner Preisgarantie kennt, wählt einen Tarif, der wirklich zu seinen Anforderungen passt.
Welche Kosten die Preisgarantie tatsächlich abdeckt
Preisgarantien sichern in der Regel nur den Arbeitspreis und den Grundpreis des Energieversorgers ab. Das sind die Komponenten, die direkt vom Stromanbieter bestimmt werden. Sobald Sie Kilowattstunden abnehmen, wird der garantierte Preis pro Kilowattstunde berechnet.
Die sogenannte Netznutzungsgebühr, Stromsteuer und Konzessionsabgabe unterliegen der Preisgarantie typischerweise nicht. Diese Positionen werden von den Netzbetreibern, dem Staat oder Kommunen festgesetzt. Sie können sich ändern, ohne dass der Stromanbieter dafür verantwortlich ist. Manche Verträge decken auch die EEG-Umlage oder andere Umlagen nicht ab.
Welche Laufzeiten und Kündigungsfristen gelten
Preisgarantien gelten meist zwischen 12 und 36 Monaten. Beliebte Varianten sind 24-Monate-Verträge mit monatlichen Kündigungsfristen nach Ablauf der Garantiezeit. Eine längere Garantie wirkt verlockend, aber sie kann auch teurer sein, weil der Anbieter sein Risiko von Preissteigerungen einkalkuliert.
Achten Sie darauf, wie lange Sie sich an den Anbieter binden müssen. Manche Verträge laufen auch nach Ende der Preisgarantie weiter mit neuen Konditionen. Sie müssen dann aktiv kündigen, sonst werden Sie automatisch zu neuen Bedingungen weitergeleitet. Überprüfen Sie, ob eine Kündigung zum Ende der Garantiezeit möglich ist oder ob der Vertrag automatisch verlängert wird.
Unterschied zwischen Preisgarantie und Preisbremse
Die Strompreisbremse war ein staatliches Maßnahmenprogramm mit eigenen Regeln, das zeitlich begrenzt war. Eine Preisgarantie beim Stromanbieter ist etwas anderes: Sie ist eine freiwillige Zusage des Energieversorgers. Während die Preisbremse einen Kontingentpreis für einen Teil des Verbrauchs vorsah, garantiert ein Stromvertrag meist für den gesamten Verbrauch einen festen Preis.
Eine Preisgarantie schafft Planungssicherheit für den Privathaushalt. Sie müssen aber aktiv einen Tarif mit solcher Garantie auswählen. Der Standard-Grundversorgungstarif Ihrer Stadt oder Region kann eine Preisgarantie haben oder auch nicht.
Wie Sie Ihre persönliche Stromkostensicherheit überprüfen
Lesen Sie den Vertrag aufmerksam durch und notieren Sie, welche Kostenkomponenten garantiert sind. Fragen Sie bei Vertragsabschluss nach, ob Netzentgelte, Steuern und Umlagen im garantierten Preis enthalten sind oder nicht. Nur wenn Sie das wissen, können Sie die tatsächliche Höhe einer möglichen Kostenersparnis einschätzen.
Vergleichen Sie nicht nur die garantierten Preise, sondern auch die Laufzeiten und die Kündigungsfristen. Ein günstiger Preis mit 36 Monaten Bindung kann ungünstiger sein als ein etwas höherer Preis mit 24 Monaten und monatlicher Kündigungsmöglichkeit nach Garantieende. Berechnen Sie Ihre bisherige Stromrechnung nach, um zu sehen, wie viel Sie mit einem neuen Tarif sparen könnten.
Aktuelle Einordnung
Marktbedingungen, Netzentgelte und gesetzliche Regelungen im Bereich Stromtarife können sich ändern. Wer einen Tarifwechsel plant oder den eigenen Verbrauch einordnen möchte, sollte aktuelle Vergleichsangebote prüfen.
Stromvergleich in Ihrer Region
Wer wissen möchte, welche Tarife an der eigenen Adresse verfügbar sind, kann direkt nach Postleitzahl vergleichen.
Einfach PLZ eingeben und passende Tarife für Ihren Haushalt finden.